Wann sollte man sich für Fahrradnavigation entscheiden?

Sie steigen lieber nicht bei jedem ADAC Wegweiser oder an Kreuzungen vom Rad, um zu sehen, wo es weiter geht, sondern radeln lieber durch? Dann ist ein Fahrradnavigationssystem ideal. Es sind viele verschiedenen Arten von Fahrradnavigationssystemen erhältlich, aber welches passt am besten zu Ihnen? Dies hängt unter anderem davon ab, wofür Sie die Fahrradnavigation verwenden wollen: Zum Radrennen, Mountainbiken oder um mit einem Citybike oder E-Bike in der Freizeit zu radeln?

Der Typ Radfahrer, der Sie sind, bestimmt zum großen Teil, welche Art von Karten Sie am besten benutzen können. Fahren Sie nur auf asphaltierten Straßen oder vor allem durch den Wald und über Feld, wenn Sie beispielsweise Mountainbiker sind? Neben dem Kartentyp, der mit einem Navigationssystem geliefert wird, bieten verschiedene Fahrradnavigationssysteme auch umfangreiche Routeninformationen und sind besonders gut als Trainingscomputer geeignet. Ein solcher Fahrradcomputer protokolliert auch Informationen wie Herzfrequenz, Trittfrequenz, Höhe, Geschwindigkeit und Neigung.

Wie wähle ich das richtige Fahrradnavigationssystem aus?

Wenn Sie sich ein gutes Fahrradnavigationssystem kaufen wollen, dann achten Sie auf Folgendes:

  • Für welchen Anwendungsbereich möchten Sie Ihre Navigation nutzen: Zum Radfahren, spazieren gehen, im Auto oder für mehrere Zwecke?
  • Wie wird das Navi befestigt und ist die Montage einfach und stabil?
  • Können Sie den Zielort und Knotenpunkte leicht eingeben?
  • Wie einfach ist die Fahrradnavigation zu bedienen?
  • Bietet der Bildschirm ausreichend Kontrast, damit er auch bei hellem Sonnenlicht abgelesen werden kann?
  • Wie detailliert und von welcher Qualität ist das mitgelieferte Kartenmaterial?
  • Wie lange müssen Sie warten, bis das Navigationssystem das GPS-Signal empfängt und wie schnell wird die Karte angezeigt?

1. Wofür möchte ich ein Navigationssystem benutzen?

Auto-Navigationssysteme eignen sich meistens nicht für die Nutzung außerhalb des Autos, weil sie meist weder wasserdicht noch stoßfest sind.  Für die Verwendung am Fahrrad müssen Sie sich fragen, auf welcher Art Fahrrad Sie die Navigation verwenden und ob Sie sie vielleicht auch zum spazieren gehen benutzen möchten.
Für Rennfahrer eignen sich hauptsächlich Karten mit durchgehenden und asphaltierten Straßen und Radwegen. Ein (Touren-) Radler hat mehr Nutzen von einem Navigationssystem, auf das man Radfahrkarten laden kann. Der Mountainbiker will hauptsächlich querfeldein fahren. Für Mountainbiker sind Tracks oft interessant. Das Navigationssystem gibt dann keine Streckenanweisungen, sondern eine Art Brotkrümelnavigation, die anzeigt, wo Sie sich gerade befinden. Ein Track verläuft meistens querfeldein und nicht über asphaltierte Wege. Ein Track ist also keine Strecke, sondern einzelne Punkte, Koordinaten, der Landschaft, die Sie nacheinander anfahren, egal, ob dort ein (Rad-) Weg vorbei führt oder nicht.

2. Befestigung des Fahrradnavigationssystems

Die meisten Hersteller von Fahrradnavigationssystemen liefern Fahrradhalter für ihre Geräte. Diese Halter können oft leicht montiert werden und eignen sich gut für die meisten Zwecke. Für die rauere Arbeit wie schwere Mountainbike-Trails ist es vernünftig, RAM Mount oder Softplate Montagesysteme zu wählen. Mit der richtigen Halterung sorgen Sie dafür, dass das teure Navigationssystem nicht vom Fahrrad herunterfällt.

3/4. Leichte Eingabe und Bedienung des Navigationssystems

Die meisten Fahrradnavigationssysteme haben einen Touchscreen-Bildschirm. Auch die Einteilung des Menüs ist entscheidend dafür, wie leicht Sie Ihre Route eingeben können. Oft sorgen mehr Funktionen für mehr Verwirrung, wichtige Funktionen verstecken sich manchmal in einem der Menüs. Eine deutsche Menüführung sorgt natürlich auch für Bedienungskomfort. Wenn Sie auch im Winter Radfahren, ist es vielleicht ganz nützlich zu versuchen, das Navigationssystem auch mit Handschuhen zu bedienen.

5. Kontrast und Lesbarkeit des Navigationsbildschirms

Wenn Sie sich ein Fahrradnavigationssystem kaufen, müssen Sie dieses im Idealfall kurz ins Sonnenlicht halten. Manche Bildschirme spiegeln nämlich im Sonnenlicht. Manche Fahrradnavigationssysteme bieten die Möglichkeit, den Kontrast selbst anzupassen. Auch auf die Größe des Bildschirms sollte geachtet werden. Je größer, desto leichter kann er abgelesen werden. Der Nachteil eines großen Fahrradnavigationssystems ist, dass Sie es weniger bequem tragen und bei einer Pause nicht in die Hosentasche stecken können.

6. Qualität der Fahrradkarten

Viele Navigationssysteme werden mit Standardkarten geliefert. Auf diesen Karten sind nur die Hauptstraßen aufgenommen, eignen sich also nur für die Navigation mit dem Auto. Radwege sind auf diesen Karten nicht immer aufgeführt. Hierfür müssen sie sich also eine zusätzliche Karte kaufen, und diese sind sehr teuer (rechnen Sie durchschnittlich mit 100 Euro). Der ANWB liefert spezielle Fahrradkarten unter dem Markennamen Onroute. Eine kostenlose Alternative ist OpenFietsMap (Open Map Source). OpenFietsMap wird von Freiwilligen ständig verbessert. Aktuell gibt es auch spezielle OpenFietsMap-Karten für Mountainbiker und Rennfahrer. Mio und Garmin liefern diese OSM-Karten standardmäßig zu Ihren Fahrradnavigationsgeräten.

7. GPS-Empfang und Schnelligkeit der Fahrradnavigation

Der GPS-Empfang bestimmt, wie schnell Ihre Position auf der Karte bestimmt wird. Zur Bestimmung Ihrer Position braucht Ihr Navigationsgerät mehrere Satelliten. Bevor Sie eine Route befahren, ist es oft vernünftig, kurz anzuhalten, damit der Fahrradcomputer das GPS-Signal gut empfangen kann. Die Prozessorgeschwindigkeit des Navigationssystems bestimmt, wie schnell die Karten während des Radfahrens angepasst werden. Es ist arg hinderlich, wenn der Kartenbildschirm hinter Ihrer tatsächlichen Position zurückbleibt. Am besten wählen Sie ein modernes, aktuelles Fahrradnavigationssystem, diese kennen solche Probleme fast nicht mehr.

Von welchen Marken gibt es Fahrradnavigationssysteme?

Garmin Fahrradnavigation

Garmin ist bereits seit Jahren einer der größten Spieler auf dem Gebiet Fahrradnavigationssysteme. Die Edge-Fahrradcomputer-Serie von Garmin wurde speziell für Radfahrer entwickelt.  In der Edge-Serie gibt es drei Modelle: das 200, 500 und das 800.
Das Garmin Edge 800 ist ein Fahrradnavigationssystem, mit dem Sie zuvor eingegebene Routen abfahren können. Bike Brothers ist Händler für Garmin Fahrradcomputer und Fahrradnavigation.

Mio Cyclo Navigationssysteme

Mio verkauft Navigationssysteme für Auto, Motorrad und Fahrrad. Die ursprünglich aus Taiwan stammende Firma hat inzwischen Niederlassungen auf der ganzen Welt. Die Mio Cyclo 300- und 305-Serie sind Fahrradnavigationssysteme mit einem Touchscreen und eine gute Konkurrenz zum Garmin Edge 800 und zudem noch etwas günstiger.

Bryton Sport

Dieses taiwanesische Unternehmen führt unter dem Namen Rider eine Reihe von Fahrradcomputern mit GPS in ihrem Sortiment. Das Rider 50 ist das Modell, das als Fahrradnavigationssystem verwendet werden kann.